2011 – 2015

2011 Veranstaltung: Führung durch das Gütersloher Theater

2011 Filmabend und Diskussion für Hörgeschädigte im Bambi-Kino Gütersloh (Film „Jenseits der Stille“) mit Untertitel

Der Film „Jenseits der Stille“ über das Mädchen Lara, das als hörendes Kind gehörloser Eltern aufwächst, hat Millionen Zuschauer berührt. Auch im Kreis Gütersloh kennen viele Menschen die Schwierigkeiten für Familien mit Hörschädigung. Auf Einladung des „Netzwerks Hörgeschädigte“ sahen jetzt etwa 80 Hörende und Gehörlose im Kino Bambi und Löwenherz den Film mit Untertitel und tauschten sich im Anschluss rege aus.

„Jenseits der Stille“ handelt von Lara, die als Achtjährige von ihrer Tante eine Klarinette geschenkt bekommt. Das hörende Mädchen entdeckt die Welt der Musik, die ihren gehörlosen Eltern verschlossen bleibt. Als junge Erwachsene beherrscht Lara das Instrument so gut, dass sie Musik studieren will. Vor allem ihr Vater kann seine Tochter nicht verstehen, die Familie droht auseinander zu brechen.
90 Prozent aller hörgeschädigten Eltern bringen hörende Kinder zur Welt. Umgekehrt haben hörgeschädigte Kinder zu 90 Prozent hörende Eltern. Menschen in betroffenen Familien leben in zwei Kulturen. So wie die Brüder Oliver und Christoph Duismann, beide hörend. Ihr Vater ist schwerhörig, ihre Mutter gehörlos. Die Gütersloher Familie hat ihren eigenen Weg der Kommunikation gefunden: deutlich sprechen und von den Lippen ablesen. „Doch heute bereue ich, dass ich nie die Gebärdensprache gelernt habe“, sagt Oliver Duismann in der Diskussionsrunde. Denn mit den gehörlosen Freunden seiner Eltern könne er nicht kommunizieren.
Die gehörlose Margit Henkenjohann aus Schloss Holte-Stukenbrock erzählt von ihrer hörenden Tochter Isabella. Sie sei mit der Gebärden- und der Lautsprache aufgewachsen. Ähnlich wie Lara im Film hat auch Isabella seit frühester Kindheit ein Instrument gespielt. „Ich habe meine Tochter immer zu ihren Konzerten begleitet, auch wenn ich ihre Musik nicht hören konnte“, sagt Margit Henkenjohann. Eine Erfahrung, die auch Oliver Duismanns Lebensgefährtin Nora Eberlein mit den gehörlosen Eltern ihres Freundes gemacht hat. „Sie kommen oft zu meinen Konzerten, und das finde ich sehr schön“, sagt die Gütersloherin.
Aus Sicht von Renate Kortemeier ist das gegenseitige Interesse von großer Bedeutung: „Es ist wichtig, dass gehörlose Eltern ihre Kinder begleiten“, sagt sie. Die Diplom-Soziologin arbeitet in der Familien- und Erziehungsberatungsstelle der Diakonie im Kirchenkreis Gütersloh. Ein Schwerpunkt ist die Beratung von Familien mit Hörschädigung. Sie weiß um die Belastungen, die die Hörschädigung – ob bei Kindern oder Eltern – für eine Familie sein kann. Probleme bereite nicht nur die Kommunikation untereinander. Auch der Kontakt zur Außenwelt sei schwierig. Und so wusste auch an diesem Abend die Mutter einer schwerhörigen Tochter von den Schwierigkeiten zu berichten, die sich beim Besuch einer Regelschule ergibt. Dass für ein hörgeschädigtes Kind eine Akustikdecke oder ein Teppich eingebaut werden, sei angesichts knapper Stadtkassen nämlich alles andere als selbstverständlich. „Aber es wäre genug Geld da, um meine Tochter täglich mit dem Taxi zur Hörbehinderten-Schule nach Bielefeld zu sagen“, berichtet die Mutter kopfschüttelnd.
Im Netzwerk Hörgeschädigte im Kreis Gütersloh engagieren sich neben Renate Kortemeier auch Ursula Rutschkowski (Opferschutzbeauftragte der Polizei Gütersloh), Gehörlosenselsorgerin Heike Kerwin, Gebärdensprachdolmetscher Norbert Dormann und Sabrina Witulla (Kolping-Beratungsstelle für Hörgeschädigte). Sie organisieren Veranstaltungen für Hörgeschädigte und wollen auf die Situation hörgeschädigter Menschen aufmerksam machen.

2012 Initiierung der erstmaligen Aufführung eines Theaterstücks für Hörgeschädigte im Theater der Stadt Gütersloh („Fundevogel“)

Das Kölner Ensemble >Deaf 5< zeigte auf Initiative des >Netzwerks Hörgeschädigte< im Kreis Gütersloh das Stück >Fundevogel<. Erzählt wurde das Märchen in Gebärden-und Lautsprache-ein Erlebniss nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Tatsächlich hatten sich unter die 160 Zuschauer im Saal nur wenige Kinder gemischt,. Kultur in Gebärdensprache wird den Gehörlosen im Kreis schließlich selten geboten, da besuchen die Großen gerne Veranstaltungen, die sich auch an die Kleinen richten. Doch auch wer die Sprache mit den Händen nicht versteht, war bei >Deaf 5< einem der wenigen zweisprachigen Gehörlosenensembles in Deutschland, genau richtig. Die hörenden Schauspieler Bettina-Kelleler, Inge und Thomas Kalix sorten mit ihrer Stimme vom Bühnenrand aus dafür, dass auch die Hörenden die Handlung verstanden. Im wahren Leben sind sie Bauzeichnerin, Finanzbeamte, Hausmeister oder Tischler. Doch Regisseurin Monika Hilz hat aus den Laien richtig gute Amateur-Schauspieler gemacht. Die Hörende Theaterpädagogin aus Köln ist über ihre hörgeschädigte Nichte zum Gehörlosentheater gekommen. Wir wollen Gehörlose und Hörende zusammenbringen-auf der Bühne und im Zuschauerraum<, sagt Monika Hilz. Deswegen werden die Schauspieler von Hörenden unterstützt.

2012 Veranstaltung: „Deaf-Walk – Spaziergang an der Dalke“ für Hörgeschädigte und Hörende

2012 Informationsveranstaltung „Führung durch das Miele Museum“

Die Informationsveranstaltung „Führung durch das Miele Museum“ sollte einerseits das Interesse hörgeschädigter Menschen für kulturelle Angebote im Kreis Gütersloh wecken und andererseits die Bedeutung des Kreises Gütersloh als Wirtschaftsstandort über die Jahrzehnte hinweg verdeutlichen. Die Firma Miele beschäftigt am Standort Gütersloh fünf gehörlose sowie weitere hörgeschädigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. An der Museumsführung nahmen über 30 gehörlose Menschen teil. Sie wurde geleitet von einem Kundenbetreuer des Miele Forums, Herrn Hans-Dieter Welpotte, dessen Erläuterungen von Herrn Norbert Dormann als Gebärdensprach-Dolmetscher übersetzt wurden.Das Miele Museum lädt zu einer Entdeckungsreise in die über 100-jährige Firmengeschichte der Firma Miele ein. Fast genau 20 Jahre nach der Gründung des Museums eröffnete 2006 auf 1.000 Quadratmetern die völlig neu gestaltete, erweiterte Ausstellung. Neben den Vorläufern der Produkte, für die die Marke Miele heute bekannt ist, findet man hier auch mittlerweile aufgegebene Produktbereiche wie Butter- oder Melkmaschinen, Fahrräder und Motorräder sowie das weltweit einzige noch existierende Miele-Auto. Das Museum nimmt die Besucher außerdem mit auf einen Streifzug durch die Geschichte der Werbung.

2014 Veranstaltung: Schloss-Besichtigung Schloss Rheda

2015 Filmabend und Diskussion für Hörgeschädigte im Bambi-Kino Gütersloh (Film „Im Rhythmus der Stille“)

2015 Stadtbesichtigung Rietberg